{"id":176,"date":"2020-01-04T11:45:32","date_gmt":"2020-01-04T11:45:32","guid":{"rendered":"https:\/\/custor-casteli.de\/?page_id=176"},"modified":"2023-01-16T21:20:55","modified_gmt":"2023-01-16T21:20:55","slug":"die-keltische-gesellschaft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.custor-casteli.de\/?page_id=176","title":{"rendered":"Die keltische Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<hr>\n<p>Die Verbreitung unserer keltischen St\u00e4mme und unser enormer wirtschaftlicher und kultureller Einfluss auf die Geschichte Westeuropas ist f\u00fcr euch sicherlich umso erstaunlicher, als es nie einen keltischen Staat oder wenigstens einen Stammesbund gegeben hat. Letztendlich waren \u201edie Kelten\u201c niemals etwas anderes als eine Vielzahl von benachbarten St\u00e4mmen, die teilweise sogar massiv miteinander konkurrierten und sich bek\u00e4mpften. Wir selbst hatten auch keine gemeinsame Bezeichnung f\u00fcr uns und nahmen uns auch nicht als Volksgemeinschaft wahr. Die Bezeichnung \u201eKelten\u201c als Name f\u00fcr all unsere St\u00e4mme, beziehungsweise f\u00fcr unsere Volksgruppen, verdanken wir dem Griechen Herodot, der uns im 6.\/5. Jahrhundert v. Chr. erstmals als \u039a\u03ad\u03bb\u03c4\u03bf\u03b9 bezeichnete.<\/p>\n<p>Die Gr\u00f6\u00dfe unserer einzelnen St\u00e4mme war sehr unterschiedlich: kleine St\u00e4mme hatten um die 50.000, die gr\u00f6\u00dften um 200.000 M\u00e4nner. \u00dcberwiegend waren wir Kelten Bauern und Handwerker, die jedoch schon bald in den ersten \u201eGro\u00dfst\u00e4dten\u201c Europas zu einer arbeitsteiligen Gesellschaft zusammenwuchsen, wie zum Beispiel eure Funde im Oppidum Manching bei Ingolstadt aufzeigen. Das Oppidum beherbergte bis zu 3000 Einwohner und war mit einer kreisrunden Umfriedung aus W\u00e4llen und Holzflechtwerk von 7 km L\u00e4nge umfasst. Um so viele Menschen versorgen zu k\u00f6nnen, war eine Arbeitsteilung und eine Anpassung der Ern\u00e4hrungsgewohnheiten erforderlich. Getreide war ein wichtiges Grundnahrungsmittel und Schweinefleisch bekam eine zunehmend gro\u00dfe Bedeutung. F\u00fcr die Ern\u00e4hrung der Einwohner des Oppidum Manching mit Getreide war eine Anbaufl\u00e4che von ca. 1500 ha n\u00f6tig. Tagesleistung eines Hakenpfl\u00fcgers betrug ungef\u00e4hr 5 Ar und zur Ernte von 1 ha Getreide ben\u00f6tigten zwei bis drei Personen ca. 12 bis 17 Tage zum Sicheln und Einbringen der Ernte.<\/p>\n<p>Erkl\u00e4ren l\u00e4sst sich unser Erfolg am ehesten durch die zentrale Lage unseres urspr\u00fcnglichen Stammesgebietes mitten in Europa und an Knotenpunkten des damaligen Netzes von Fernhandelswegen, die die K\u00fcsten von Nord- und Ostsee mit dem Mittelmeerraum verbanden, aber auch die am Atlantik gelegenen Gebiete mit den im Osten siedelnden V\u00f6lkern. So wurden Metalle, Felle, Bernstein, aber auch Lebensmittel, wie Honig, Schweine und sogar Austern \u00fcber weite Strecken transportiert und ausgetauscht, wie eure Funde an allen bisher ausgegrabenen keltischen F\u00fcrstensitzen in Deutschland (zum Beispiel Heuneburg, Hochdorf und Glauberg) und Frankreich (zum Beispiel Vix) belegen.<\/p>\n<p>Wir Kelten waren dabei ber\u00fchmt f\u00fcr unsere F\u00e4higkeiten in der Metallverarbeitung. Das gilt sowohl von Anfang an f\u00fcr die Verarbeitung von Bronze, aber dann vor allem auch f\u00fcr die Eisenverarbeitung, die wir dank der reichlichen Verf\u00fcgbarkeit entsprechend gut geeigneter Rohstoffe in unserem vorrangigen Stammesgebiet erreichen konnten:<br \/>\n\u2022 hohe Schmelzgrade durch Holzkohle aus Buchenholz<br \/>\n\u2022 Schwerter und Ger\u00e4te aus Eisen<br \/>\n\u2022 Exportgut Eisenger\u00e4tschaften und -barren<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-174\" src=\"https:\/\/custor-casteli.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Kelten_Schulde.png.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"229\" srcset=\"https:\/\/www.custor-casteli.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Kelten_Schulde.png.jpg 320w, https:\/\/www.custor-casteli.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Kelten_Schulde.png-300x215.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p>Dank der Goldgewinnung in den Alpen konnten unsere Schmiede und K\u00fcnstler aber auch gerade in der Herstellung von Schmuck gl\u00e4nzen. Die Salzgewinnung war ein weiteres wichtiges Standbein unserer Gesellschaft, da Salz in unserer Zeit als Konservierungsmittel von zentraler Bedeutung war. So z\u00e4hlten gep\u00f6keltes Schweinefleisch und gesalzene Butter zu den beliebtesten Exportprodukten f\u00fcr den Mittelmeerraum. \u201eHal\u201c, unser keltisches Wort f\u00fcr Salz; findet sich auch in eurer Zeit noch in vielen Namen, wie z. B. Halle, Hallstatt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-175\" src=\"https:\/\/custor-casteli.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Kelten_Gold.jpg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"254\" srcset=\"https:\/\/www.custor-casteli.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Kelten_Gold.jpg 320w, https:\/\/www.custor-casteli.de\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/Kelten_Gold-300x238.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verbreitung unserer keltischen St\u00e4mme und unser enormer wirtschaftlicher und kultureller Einfluss auf die Geschichte Westeuropas ist f\u00fcr euch sicherlich umso erstaunlicher, als es nie einen keltischen Staat oder wenigstens einen Stammesbund gegeben hat. 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